Bareiß: Deutschlandticket wird teurer

Koalitionsverhandlungs-Talk beim 21. bdo-Fastenfischessen: bdo-Hauptgeschäftsführerin Christiane Leonard, der CDU-Verkehrspolitiker Thomas Bareiß, Nyke Slawik von den Grünen, SPD-Koalitionsverhandlerin Iseabel Cademartori und bdo-Präsident Karl Hülsmann (v.l.n.r.). Bild: bdo
Angesprochen auf die 2024 beendete Elektrobus-Förderung betonte Bareiß, die mögliche Koalition werde „die Programme, von denen die Rede sei, wieder aufgreifen in irgendeiner Form“. Cademartori bestätigte mit Blick auf jüngst im Bundestag beschlossene Finanzierungsinstrumente, man habe „darüber gesprochen, wie wir mit den neuen Möglichkeiten, die wir jetzt haben, Anreize verstärken beziehungsweise die Unternehmen bei der Transformation unterstützen können, die ja durch EU-Vorgaben wie das Saubere-Fahrzeuge- Beschaffungs-Gesetz auf die Branche zukommen“, und dazu „Ideen entwickelt“. Allerdings hake es am stärksten noch in der „Finanzgruppe“ – am Ende stehe alles unter Finanzierungsvorbehalt.
Eine Absage erteilte Bareiß Branchenforderungen nach einer E-Busförderung durch eine spezielle Entlastung des ÖPNV über den Strompreis: „Das Thema Strom sehe ich etwas differenzierter, wir sollten nicht blind den Strom befreien von Umlagen und Auflagen, das müssen dann ja andere bezahlen.“ Stattdessen müsse „das gesamte Energiesystem vergünstigt“ werden, „es muss effizienter werden, das geht nicht nur durch Umschichtung auf andere“.
Angesprochen auf die Zukunft des Deutschland-Tickets betonte Bareiß, das Ticket sei mit einem Aufwand von 3 Milliarden Euro „sehr teuer“ für Bund und Länder. „Daher müssen wir zu einem System kommen, bei dem der Nutzer wieder mehr finanziert – wir können keine Preisgarantie als Staat geben“. Zugleich müssten „die bestehenden Instrumente ausgebaut und das Angebot, die Qualität und die Taktung sowie die Verlässlichkeit vor Ort verbessert“ werden, auch über das GVFG. „Wenn jemand vor dem D-Ticket vielleicht 150 oder 170 Euro gezahlt hat und nun deutschlandweit sein Ticket nutzen kann, dann ist das wirklich ein Premiumprodukt, für das der Nutzer auch mehr als 58 Euro zahlen kann“, so Bareiß. (dhe)